Verschönerungsverein Völlan
Festschrift 100 Jahre
Festschrift FF Völlan

b_300_300_16777215_0___images_dorfleben_feuerwehr_festschr_deckbl2.jpgDie Freiwillige Feuerwehr Völlan feierte 2009 ihr 100-jähriges Bestehen. 100 Jahre Freiwillige Feuerwehr Völlan zeugen von Gemeinschaftssinn, von Idealismus und von Mut zur Verantwortung. Sie belegen die Bereitschaft zum selbstlosen Einsatz, wenn es darum geht, Leben, Gesundheit und Eigentum der Bürger zu schützen. Die Freiwillige Feuerwehr Völlan ist ein ganz wesentlicher Teil der Dorfgemeinschaft, deshalb ist das Jubiläumsjahr der Feuerwehr nicht nur für diese selbst ein Grund zum Feiern, sondern für die ganze Dorfgemeinschaft.

Die zum Jubiläum herausgegebene Festschrift soll einen Teil der Geschichte und Chronik der FF Völlan weitergeben. Ein herzliches Dankeschön hierfür den beiden Verfassern, Maria Giovannoni und Helmuth Prünster, sowie Rosa Holzner und allen, die Urkunden, Bildmaterial und Schriften zur Verfügung gestellt haben.

Nachstehend folgen einige Auszüge aus der Festschrift:

 

 Quellennachweis



Die Anfänge des Feuerlöschwesens reichen sehr weit in die Geschichte zurück. Bereits in der Antike versuchten die Menschen, durch verschiedene Erfindungen den vernichtenden Feuersbrünsten Einhalt zu bieten, was leider fast immer erfolglos blieb. Ganze Dörfer und Städte fielen im Laufe der Jahrhunderte verheerenden Bränden zum Opfer.

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Für die Zeit vor der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Völlan gibt es wenige gesicherte Angaben über Brände im Ort. Im Dezember 1883 kam es zu einem größeren Brand beim „Bauer am Stein“, bei welchem Stall und Stadel mitsamt dem Heuvorrat verbrannten. Die Schadenssumme belief sich auf die stolze Summe von rund 3.000 Gulden.8

Bis zur Gründung der Freiwilligen Feuerwehr war es auch in Völlan so, dass im Brandfalle die Bevölkerung mit den ihr zur Verfügung stehenden Brandlöschgeräten zur Feuerbekämpfung ausrücken musste. 

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Das genaue Gründungsdatum der Freiwilligen Feuerwehr Völlan konnte aus den vorhandenene Quellen nicht ermittelt werden. Fest steht, dass die Gründung in die erste Jahreshälfte des Jahres 1909 fiel. Der offizielle Gründungsakt des vereines ist leider nicht mehr auffindbar und ist wohl in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts zerstört worden.

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Mit dem Ende des Ersten Weltkrieges und der Abtrennung Südtirols von Tirol hatte sich einiges verändert. Gleich nach Kriegsende ging man daran, das Feuerwehrwesen in Südtirol zu reorganisieren und wiederaufzubauen.

Man wollte die Feuerwehrorganisation rasch wieder normalisieren und rief bald schon
dazu auf, dem Verein beizutreten (z.B. in Meran im April 1919). Die politische Abtrennung Südtirols von Tirol bedeutete auch die Trennung der Feuerwehrbezirke vom Landesverband in Innsbruck. Im Juni 1 921 schlossen sich in Bozen die Bezirksverbände zum Hauptverband der Freiwilligen Feuerwehren Südtirols zusammen. Damit konnten die Organisation und die Beschaffung von technischen Hilfsmitteln leichter und schneller erfolgen. Ab 1919 erfolgten auch wieder die Bezirksfeuerwehrtage und auch dort ging man an die Arbeit, um das Feuerlöschwesen im Bezirk effizient zu gestalten. Auf dem Bezirksfeuerwehrtag im Jahr 1921 einigten sich die Delegierten der verschiedenen Feuerwehren auf einen Einsatzplan bei Hilfeleistungen in den Nachbargemeinden. Durch das Vermeiden von unnötigen und unkoordinierten Ausrückungen konnten Kosten gespart werden. Dieser Einsatzplan sah vor, dass die Freiwillige Feuerwehr Völlan zu Hilfeleistungen in Naraun, Prissian und Tisens verpflichtet war und umgekehrt. Die Freiwillige Feuerwehr von Lana war zu Hilfseinsätzen in Völlan verpflichtet worden. Auf dem Bezirksfeuerwehrtag im Jahr 1 923 wurde dieser Plan bestätigt. Zudem hielt man fest, dass die Hilfeleistung nach diesem Einsatzplan unaufgefordert bei größeren sichtbaren Bränden zu erfolgen hatte.24  

ffvoellan_schlauchwagen.jpgIm Jahr 1 923 erwarb die Freiwillige Feuerwehr Völlan von Oswald Santer (Lenker) das Servitutsrecht bei der „Lenkerhütte“ in Völlan, um dort die Gerätschaften unterzubringen. Aus dem Rechnungsbuch der Feuerwehr geht hervor, dass an der „Lenkerhütte“ Umbauarbeiten getätigt wurden und sich ab diesen Zeitpunkt dort die zweite Spritzenhalle der Feuerwehr befand.25  

Die Machtergreifung der Faschisten in Italien mit dem „Marsch auf Rom“ am 28. Oktober 1922, brachte ein totalitäres Regime an die Macht. Nachdem Südtirol mit dem Friedensvertrag von St. Germain 1919 an Italien gefallen war und 1920 offiziell annektiert worden war, hatte man noch versucht eine Autonomie für Südtirol zu erreichen. Nachdem die Faschisten die Macht an sich gerissen hatten, begannen diese jedoch schrittweise den Staat in ein totalitäres und repressives System umzuwandeln. Zu den Italianisierungsmaßnahmen im Land gehörte ab 1923 auch die schrittweise Auflösung des Vereinswesens. Ein erster Schritt
war die Auflösung des Alpenvereines im Jahr 1923 und am 9. Juni 1925 erfolgte schließlich mittels Dekret die Auflösung der Freiwilligen Feuerwehren. Ihre Aufgaben wurden den Gemeinden bzw. Provinzen übertragen, welche dafür örtlich Berufsfeuerwehren beauftragten. Diese Verordnung galt zwar für ganz Italien, traf aber die ehemaligen österreichischen Gebiete (Südtirol, Trentino, Istrien/Friaul) am stärksten, da hier das Vereinswesen am ausgeprägtesten war.26  

Die Mitgliederzahl der Ortsfeuerwehren war gesetzlich vorgeschrieben und reichte von maximal sieben in den kleinen und bis zu fünfzehn Mann in größeren Gemeinden. Diese Zahl war jedoch viel zu gering, um im Notfall effizient und rasch Hilfe leisten zu können und somit konnte dieses Feuerwehrsystem
nicht funktionieren. Bald gingen einige Podestà deshalb von diesem System ab und ließen wieder Feuerwehren zu, welche der Gemeinde unterstanden und nicht frei waren. Dennoch führte meist der ehemalige Kommandant die Feuerwehr mit denselben Mitgliedern. Ab den dreißiger Jahren war vorgeschrieben, dass der Kommandant der Feuerwehr Reserveoffizier des italienischen Heeres sein musste, dann nahm der Podestà die Hauptmannstelle ein, während der ehemalige Kommandant als „Vize“ inoffiziell weiterhin die eigentliche Führung innehatte.27

In dieser schwierigen Zeit musste sich auch die Feuerwehr Völlan
an die vorgeschriebenen Maßnahmen halten. Der Völlaner Wehr standen in diesen bewegten Jahrzehnten drei verschiedene Hauptleute vor. Erster Kommandant war Peter Ohrwalder und Vizekommandant Peter Unterholzner. Ihnen folgten bis 1939 abwechselnd Andreas Lochmann (Meixner) und Jakob Kofler als Kommandanten. Die genauen Jahresangaben ihrer Tätigkeiten sind nicht überliefert. In den Jahren von 1939 bis 1945 war Andreas Lochmann wiederum als Kommandant tätig. Für die Jahre bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges (Mai 1945) gibt es nur drei gesicherte Angaben über Brandeinsätze der Freiwilligen Feuerwehr Völlan. Am 15. März 1926 kam es zu einem großen Brand beim „Häuslerhof“, dem das Wohnhaus und der angrenzende Stadel zum Opfer fielen. Die Schadenssumme wurde auf rund 30.000 Lire beziffert. Dank des raschen Eingreifens der Feuerwehr konnte ein Ausbreiten der Flammen auf den nahen Wald verhindert werden.28

Ein zweiter Brand ereignete sich im Jahr 1935, als beim „Mair am Turm-Hof“ ein Feuer ausbrach. Über das Ausmaß der Schäden ist leider nichts überliefert. Im Jahr 1937 kam es zu einem Waldbrand im „Steinerberg“ und auch von diesem Einsatz sind keine näheren > Details bekannt.29

 

Mit Kriegsende entstanden allmählich wieder die Freiwilligen Feuerwehren als freie Vereine, welche von den Behörden beobachtet, aber doch akzeptiert wurden. In den ersten Jahren begann man zunächst mit den in recht bescheidenen Ausmaßen verfügbaren Mitteln, eine Modernisierung der veralteten Löschgeräte voranzutreiben. In den ersten Jahren bis zum 1. Autonomiestatut im Jahr 1948 bestanden die einzelnen Feuerwehren ohne einen übergeordneten Verband. Es sollte noch bis 1954 dauern, ehe die gesetzlichen Rahmenbedingungen für einen systematischen Ausbau des Feuerwehrwesens geschaffen werden konnten.

Im Oktober 1955 schließlich kam es zur Gründung des Landesverbandes der Freiwilligen Feuerwehren Südtirols.30

 

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ffvoellanjugend1991.jpgDie Gründung der Jugendgruppe der Feuerwehr erfolgte am 7. November 1989. Gleich zu Beginn bekundeten elt junge Menschen Interesse am Verein und traten der Jugendfeuerwehr bei.

Seit nunmehr 20 Jahren werden hier Jugendliche auf ihren aktiven Dienst in der Feuerwehr vorbereitet un in all den Jahren fand diese Einrichtung regen Zuspruch.

 

Zurzeit bilden 13 Jugendliche die Jugendgruppe (10 Burschen und 3 Mädchen).

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