leben in Völlan
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Mit Kriegsende entstanden allmählich wieder die Freiwilligen Feuerwehren als freie Vereine, welche von den Behörden beobachtet, aber doch akzeptiert wurden. In den ersten Jahren begann man zunächst mit den in recht bescheidenen Ausmaßen verfügbaren Mitteln, eine Modernisierung der veralteten Löschgeräte voranzutreiben. In den ersten Jahren bis zum 1. Autonomiestatut im Jahr 1948 bestanden die einzelnen Feuerwehren ohne einen übergeordneten Verband. Es sollte noch bis 1954 dauern, ehe die gesetzlichen Rahmenbedingungen für einen systematischen Ausbau des Feuerwehrwesens geschaffen werden konnten.
Im Oktober 1955 schließlich kam es zur Gründung des Landesverbandes der Freiwilligen Feuerwehren Südtirols.30
In den darauffolgenden Jahren wurden laufend neue Regelungen für die Organisation der Feuerwehren erlassen, welche etwa die Vereinheitlichung der Uniformen und Dienstgrade, die Gerätewartung und die Intensivierung der Übungen und die Ausbildung der Wehrmänner betrafen. Die Feuerwehrschulungen fanden bis zur Errichtung einer geeigneten Infrastruktur in Innsbruck statt.
Die erste Feuerwehrschule Südtirols befand sich bis 1979 in Naturns, dann bei der Berufsfeuerwehr in Bozen und schließlich errichtete das Land Südtirol 1996 die Landesfeuerwehrschule in Vilpian.31
Mit dem Ende des Weltkrieges setzen auch wieder regelmäßigere Aufzeichnungen über Brandeinsätze im Dorf ein. Obwohl noch mit alter Gerätschaft ausgerüstet, mussten in den ersten Jahren des Wiederaufbaus einige große Brände bekämpft werden, ehe man sich neue Geräte leisten konnte. Am 7. September 1945 kam es gegen 19 Uhr zu einem Brand beim „Gasserhof“. Das Feuer hatte sich im Stall ausgebreitet und griff auf den Stadel über. Beim Versuch die Tiere aus dem Stall zu retten erlitt der Bauer, Johann Wieser, erhebliche Brandverletzungen. Trotz des raschen Eingreifens der Völlaner und Lanaer Feuerwehr, konnten die Tiere nicht mehr gerettet werden. Ein Übergreifen der Flammen auf das Wohnhaus, gelang es jedoch glücklicherweise abzuwenden.32
Am 24. Februar 1946 ertönte in Völlan das Alarmsignal. Beim „Krohhof“ kam es zu einem Brand, dem Stall, Stadel und das unbewohnte Haus zum Opfer fielen. Dank des schnellen Eintreffens der Feuerwehren von Völlan und Lana konnten die Tiere und verschiedene Geräte vor den Flammen gerettet werden. Die Löscharbeiten gestalteten sich jedoch sehr schwierig, da ein großer Wassermangel herrschte.33
Nach rund einer Woche gab es erneut Feueralarm. Diesmal brannte es beim „Aicherhof“. Gegen 3 Uhr morgens schlugen Flammen aus dem Stadel, welche sich auf den Stall ausbreiteten. Der Freiwilligen Feuerwehr Völlan gelang es mit Hilfe jener von Lana das Wohnhaus und die Tiere zu retten, während die Futtervorräte und verschiedene Arbeitsgeräte vollständig verbrannten. 34
Nach diesen beiden Bränden im Jahr 1946 blieb Völlan bis 1948 glücklicherweise von größeren Bränden verschont. Die Feuerwehr rückte dennoch aus, so etwa als es am Abend des 17. November 1946 zu einem Großbrand in der Trockenhalle der Pappenfabrik Zuegg in Lana kam. Neben vielen Nachbarwehren eilte auch jene von Völlan mit der alten Handpumpe zum Brandort und mit vereinten Kräften gelang es ein Ausweiten der Flammen auf das Wohnhaus und dem Gerätehaus zu verhindern.35
Am 5. März 1948 brannte der Stadel des „Hoferhofes“ in Völlan. Dabei wurde das Wirtschaftsgebäude vollständig zerstört. Über weitere Einsätze der Völlaner Wehr in diesem Jahr ist nichts überliefert, aber im folgenden Jahr leistete man Nachbarhilfe bei größeren Bränden in Lana.
Als am 18. September 1949
ein Brand im Stadel des „Ladurnerhofes“ in Lana ausbrach und auf das Wohnhaus und den Stall überzugreifen drohte, konnte dies dank vereinter Kräfte der verschiedenen Nachbarwehren, darunter auch jener von Völlan, verhindert werden. Es ist anzunehmen,
dass die Völlaner Wehr bereits beim Brand des Wirtschaftsgebäudes des „Kröllnerhofes“ in Lana im Februar desselben Jahres Nachbarschaftshilfe geleistet hat, da dies bei
einem großen Brand in der unmittelbaren Umgebung immer der Fall war.36
Das Jahr 1949 war ein Jubeljahr für die Freiwillige Feuerwehr Völlan, welche auf ihr 40-jähriges Bestehen zurückblicken konnte. Anlässlich des runden Jubiläums nahm man die erste händisch gezogene Motorspritzpumpe in Betrieb, deren Patinnen
Frau Karolina Braun und Frau Rosa Unterholzner waren. Die Dorfbewohner nahmen mit der gesamten Feuerwehr unter der Kommandantschaft von Otto Kofler (1945 – 1 951) am Fest und der Segnung der neuen motorisierten Spritzpumpe am 10. Mai 1949 teil. Die neue Anschaffung finanzierte man durch den Erlös aus Festen und Bällen, Spenden von der Bevölkerung und einem Gemeindebeitrag.37
Die neue Spritzpumpe kam im Jahr 1 950 zum ersten Einsatz, als durch ein schnelles Eingreifen der Feuerwehr ein größerer Brand beim Widum verhindert werden konnte. Im Jahr 1952 wurde der „Klosterstadel“ ein Raub der Flammen. Knapp drei
Jahre später brannte am 8. Februar 1953 der Stadel beim „Kobalthof“. Der Brand war kurz nach Mitternacht ausgebrochen und nur dem raschen Eingreifen der Feuerwehr Völlan, jener von Lana und Naraun ist es zu verdanken, dass das Wohnhaus in
letzter Minute gerettet werden konnte. Beim Versuch den Brand zu löschen, verletzten sich beide Söhne des „Kobaltbauern“, doch waren die Verletzungen glücklicherweise nicht schwerwiegend. 38
Die Einsätze der Feuerwehr beschränkten sich zu keiner Zeit allein auf die Brandbekämpfung, sondern auch auf Hilfeleistungen bei Unwetterkatastrophen. Im Jahr 1958 musste die Völlaner Feuerwehr zu einem Unwettereinsatz ausrücken,
als nach heftigen Regenfällen die Strasse nach Völlan vermurt wurde.39
Seit 1951 stand die Feuerwehr unter der Führung von Kommandant Hermann Weiss, welcher diese Aufgabe bis 1956 wahrnahm. Danach übernahm dieses Amt Alois Wenin (Kobalt) der bis 1 980 die Geschicke der Völlaner Wehr leitete. In diese Zeit fällt ein weiterer Schritt in Richtung Modernisierung der Gerätschaften.
Eine wichtige Anschaffung der Feuerwehr Völlan erfolgte im Jahr 1956, als man ein Jeep-Kraftfahrzeug kaufte, das nun zu den notwendigsten Einsatzgeräten gehörte. Neben den ständigen Übungen die man abhielt, brauchte man auch eine Ausrüstung, welche dem neuen technischen Stand entsprach, um bei Bränden rasch und effizient eingreifen zu können. Die Segnung des Fahrzeuges erfolgte im Rahmen der Florianifeier und als Patinnen standen Frau Hilde Weiss und Frau Hedwig Lochmann bei.40

Die alte Spritzenhalle der Feuerwehr, welche sich im ehemaligen Spital befand, entsprach nicht mehr den zeitgemäßen Anforderungen und der vergrößerte Gerätebestand erforderte eine geräumigere Unterbringung. Die Diskussion um eine neue Feuerwehrhalle führte im Jahr 1959 zu einem positiven Ausgang. Die Gemeindeverwaltung genehmigte im Jahr des 50-jährigen Bestehens der Völlaner Feuerwehr den Bau einer neuen Halle. Dafür sah man das ehemalige Schulgebäude vor.
Im selben Jubeljahr entschied sich die Feuerwehr für die Anschaffung einer Feuerwehrfahne, welche mit dem Spendengeld der Patinnen, Frau Hilde Premer und Frau Rosa Staffler, finanziert werden konnte.
Nach dem Festgottesdienst und Segnung der neuen Feuerwehrfahne marschierte man zum Festplatz.
Links im Bild das alte Schulgebäude in dem die neue Feuerwehrhalle untergebracht war.

