Kirche St. Severin Völlan
Kirche St. Severin Völlan
Patrozinien zum hl. Severin von Köln sind in Tirol selten. Severin von Köln war als Nachfolger des Euphrates, der auf der Synode von 346 abgesetzt wurde, Bischof von Köln. Als sein Zeitgenosse Martin von 'Tours starb, vernahm Severin der Legende nach Engelsgesang in den Kirchen seiner Stadt.
Kirche St. Severin Völlan
Kirche St. Severin Völlan
Am Völlaner Altarblatt scheint wohl deshalb neben dem Kirchen­patron auch der hl. Martin auf. Unter Severins Amtszeit fiel Köln in die Hände der Franken. Er verstarb am 23. Oktober 397. Der Gedenktag fällt auf seinen Todestag.

Historisch abgesicherte Notizen zur Kirche fließen spärlich. Die Ersterwähnung fällt am 4. Januar 1295 an. Konrad Helbenich, Richter auf Mayenburg, vermachte der Kirche von Völlan, »dem gueten St. Severin und St. Nikolaus und den anderen Heiligen, die da rasten in der Kapelle auf den Berge zu Völlan«, einen Weinberg in der Vill bei Lana. Der Baukern dürfte jedoch wesentlich älter sein.



Kirche St. Severin Völlan
Kirche St. Severin Völlan
Der gotische Kirchenbau - er war zum Zeitpunkt der Neuweihe am 22. März 1433 vollendet - war nach Osten orientlert, der heutige Bau ist genordet. Der Chor befand sich nördlich vom Erdgeschoß des Turmes und war zu diesem über einen steingefügten Rundbogen zunächst vielleicht geöffnet, gegen Ende des Jahrhunderts jedoch gescblossen. Das vierstrahlige Stern­rippen­gewölbe des Chorraumes datiert aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Am zentralen runden Schlußstein erscheint das nimbierte Haupt Christi, das Wappen (gespaltener Schild ohne Polychromie. vielleicht Brandis) kann nicht gedeutet werden.
Kirche St. Severin Völlan
Kirche St. Severin Völlan

Kirche St. Severin Völlan
Kirche St. Severin Völlan
Das heutige Ostfenster ist ein rezenter Ausbruch, bei dem das Chri­stopho­rus­fresko an der äußeren Ostwand empfindlich gestört wurde, so dass große Teile vom roten Mantel und grünen Kleid verloren gingen. Das erste Fenster muß bedeutend kleiner gewesen sein. Die Rippen sitzen auf profilierten Konsolen auf, von denen an zweien noch Reste der einstigen Farbfassung sichtbar sind.

Der Fresken­bestand an der Nordwand ist vollkommen verloren. Heute bricht dort die spitzbogige Sakristeitür durch.

 

 

Text-Quelle: LANA SAKRAL, Autoren: Leo Andergassen, Christoph Gufler, Hans Nothdurfter, Cornelia Plieger und Anton Weger, erschienen im Tappeiner Verlag 1997, ISBN 88-7073-233-9 - ein Geschenk der Raiffeisenkasse Lana an die Gemeinde

 

Glockengeläute der Pfarrkirche - siehe Videoclips auf You Tube: clip 1 , clip2

Ein sehr interessantes Geläute mit Halbton. 4 Glocken Stimmung: g' b' c" cis"

 

Glocke 1: Colbachini Bassano, 1929
Glocke 2: Chiappani Trient, 1904
Glocke 3: Chiappani Trient, 1871
Glocke 4: Colbachini Bassano, 1929

 

 

 

 

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