st-magdalena1_DSC_3723.jpgVor kurzem genehmigte die Landesregierung die Ensembleschutzlisten der Marktgemeinde Lana. Damit fand eine rund dreijährige Arbeit ihren Abschluss, mit der ein konkreter Beitrag zur Erhaltung der historisch gewachsenen Baukultur geleistet werden konnte.

Der Ensembleschutz dekretiert, dass Gebäude aus öffentlichem Interesse nicht abgebrochen werden dürfen. Er sieht aber keine Fördermittel und steuerliche Begünstigungen für die Eigentümer vor, wie dies beim Denkmalschutz sehr wohl der Fall ist.

„Wir haben eine reiche Geschichte, die sich in zahlreichen wertvollen Baudenkmälern wiederspiegelt. Diese müssen erhalten werden, damit wir nicht zu Allerweltsdörfern werden" begründet Lanas Bürgermeister Christoph Gufler den Einsatz der Gemeinde für den Ensemble- und Denkmalschutz.

Ziel all dieser Bemühungen ist es ja nicht nur zu dokumentieren, welch großen Reichtum an wertvollen Gebäuden es in unseren Dörfern und Tälern heute noch gibt, sondern vor allem dazu beizutragen, dass diese Zeugen unserer Ortsgeschichte auch morgen noch erhalten und mit zeitgemäßen Leben erfüllt werden.

 
bruendler1_DSC_3811.jpgVon den von einem Fachgremium erhobenen 34 Ensembles in der Gemeinde Lana, befinden sich 8 in Völlan:


Helmsdorf, Bründler, Oberhammer, St. Georg, Kobald, Mayenburg, Völlan, St. Magdalena.


Laut Auskunft des zuständigen Landesamtes wurden bisher nur von rund einem Fünftel der Südtiroler Gemeinden die entsprechenden Ensembleschutzlisten erarbeitet bzw. genehmigt.


Bereits am 15.6.2005 hatte der Gemeinderat eine Fachkommission beauftragt gemäß dem entsprechenden Landesgesetz die Ensembles im Gemeindegebiet von Lana zu erheben.

 

Nach zahlreichen Ortsbegehungen und vielfältigen Recherchen wurde ein Jahr später das Ergebnis dieser Arbeit den zuständigen Gremien, sowie verschiedenen Interessenverbänden wie dem Ortsbauernrat und der Ortsbevölkerung vorgestellt. Alle betroffenen Eigentümer von Liegenschaften wurden zu einem persönlichen Gespräch eingeladen und um eine Stellungnahme gebeten.
Die Gemeindeverwaltung ersuchte in der Folge die Kommission diese zu bewerten und wenn möglich in die Arbeit einfließen zu lassen. Die Fachkommission setzte daraufhin ihre Arbeit fort, wobei u.a. auch zwei informelle Ortsbegehungen mit dem Landessachverständigenbeirat durchgeführt wurden. Nach Abschluss dieser ergänzenden und vertiefenden Erhebungen und der Ausarbeitung der umfangreichen technischen Unterlagen erfolgte Anfang August 2007 die Abgabe der fertiggestellten mittlerweile 34 Ensembles.
Diese wurden in den darauffolgenden Wochen noch einmal den betroffenen Eigentümern und im Rahmen einer neuerlichen Bürgerversammlung der interessierten Bevölkerung vorgestellt und sodann dem Gemeinderat unterbreitet, welcher sich nach ausführlicher Diskussion einhellig für die Genehmigung der 34 Ensembles mit rund 220 dokumentierten Baulichkeiten aussprach.
Gleich anschließend wurden die Ensembleschutzlisten an den Sachverständigenbeirat des Landes weitergeleitet und schließlich am 28.07.2008 von der Landesregierung genehmigt