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Neben dem Widum liegt ein kleines, mit sehr viel Hingabe gestaltetes Museum. Die gesammelten Objekte und Materialien vermitteln dem Besucher einen anschaulichen Eindruck, wie die Bauern früher lebten. Es wird auch nicht verschwiegen, wie mühevoll die Arbeit und das Leben einmal waren. Ausgestellt werden eine Bauernstube mit Herrgottswinkel und Ofenbank, eine Vielfalt an Werkzeugen des bäuerlichen Alltags, mit denen man sich auch in vorindustrieller Zeit zu helfen wusste: Hacheln, Brecheln, diverse Mühlen, Ölpresse, Butterkübel, Nudelpresse, Dreifuß, Blasebalg u.v.a.m.

Im Sommer 1977 wurde die Restaurierung des zum Widum gehörenden Nebengebäudes Dank der drei Herren Horst Griesner, Karl Frei und Pfarrer P. Rudolf Lantschner vollendet und das Museum eröffnet.

 

 

Brotbacken im alten BauernofenÖffnungszeiten im Bauernmuseum Völlan (Badlweg 2, neben Widum):
Osterdienstag bis Ende Oktober.
Öffnung auf Anfrage

Tel. 0473 56 80 50

 


 

Museumsverein und Verschönerungsverein Völlan freuen sich auf
Ihren Besuch im Museum 


 

Literatur:
Lantschner, Rudolf: Bauernmuseum Völlan, eine Materialsammlung vorzüglich aus dem 19. Jahrhundert, Bozen 1981.
Lantschner, Rudolf: Bauernmuseum Völlan - Entstehung und Eigenart, in: Der Schlern 53 (1979), S. 121–122.


Anschrift:
Obmann P. Oswald Vienna OT
Bauernmuseum Völlan
Badlweg 2
I-39011 Völlan/Lana

Kontakt:
P. Oswald Vienna
Tel.: (+39) 0473 56 80 50

Karl Frei, Führungen
Tel.: (+39) 0473 56 80 78


 

 

Die Idee, in Völlan ein Bauermuseum zu errichten, hatten ursprünglich der in Völlan ansässige Münchner Horst Griesner zusammen mit dem Völlaner Bauer und Heimatpfleger Karl Frei. Sie wurden unterstützt vom Pfarrer P. Rudolf Lantschner O.T., der das zum Widum gehörende Nebengebäude, das ursprünglich Holzhütte, Waschküche, Schweinestall und Backofen beherbergte, für die Sammlung zur Verfügung stellte.

Schon bevor man das Museum betritt, sieht man Sandsteingefäße, Ferkelkörbe und viele andere Arbeitsgeräte für Acker und Feld. Das Museum selbst besteht aus insgesamt vier Räumen.

Der erste Raum ist eine Stube. Rechts steht eine Nonsberger Kommode (1862), links ein schlichter, aber 1862 hübsch bemalter Schrank, der wohl 1780 entstanden ist. Gegenüber befindet sich ein Bauernofen mit Brücke und Bank. Freudnkleider sind im Schrank zu sehen, ebenso Gebetsbücher und Wachsstücke. Auf der Kommode stehen eine alte Nähmaschine und ein Wachsmodel für Kerzen.

Im nächsten Raum beeindruckt den Besucher der Reichtum an Werkzeug und Körben. Hier befindet sich die Küche. Drei Butterkübl, eine Wurst- und eine Nudelpresse sind ausgestellt. Auch ein Kastanienrüttler und ein Kohlenkorb für Herd und Schmiede sind hier zu sehen.

Der nächste Raum stellt Werkzeug aus. Soweit es das Material in früheren Zeiten und die Fähigkeiten zuließen, fertigten die Bauern früher alles selbst an. Hier kann man die Vielfalt der Werkzeuge, die ein Bauer in vorindustrieller Zeit benötigte, sehen: Radlmacher, Ölpresse, Vogelbeer- und Hollermühle, Geräte zum Schwefeln, Joche, eine Gsottmachine, einen Flaschenzug mit einer Leistung von einer halben Tonne, eine Samenmühle usw.

Weiter geht es in den Mühlenraum. Die Mühle stammt aus Oberinn am Ritten und wurde mitsamt dem "Hüttl" dem Museum zur Verfügung gestellt.

Im oberen Stock ist alles ausgestellt, was mit Spinnen und Weben zu tun hat. Hachln, Prechln, Haspeln, ein Webstuhl und ein Spulrad. An der Wand hängt eine Rarität ersten Ranges, nämlich der Druck der chronologischen Galerie des Päpste von Petrus bis Leo XIII.
 

Quelle: Unterrichtsmaterial Lehrpersonen Völlan